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Brief: Herbert Puchert an Willi Stoph betreffs Abriss der ehemaligen Garnisonkirche

Brief: Herbert Puchert an Willi Stoph betreffs Abriss der ehemaligen Garnisonkirche

Dieser Briefentwurf von Herbert Puchert, Vorsitzender des Rat des Bezirks Potsdam, an Willi Stoph, Vorsitzender des Ministerrats der DDR, fasst die Entscheidungslage bei den Potsdamer Verantwortlichen Ende 1966 prägnant zusammen: „Wir beabsichtigen die ehemalige Garnisonkirche abzureißen und bitten hiermit um Ihre Zustimmung.“ Begründet wurde der Entschluss mit der verschlechterten Bausubstanz, mit der perspektivischen Verkehrsplanung innerhalb des Generalbebauungsplans, mit dem Symbolcharakter der Ruine als Zeichen des „preußischen Militarismus“ und den Ereignissen des "Tags von Potsdam" 1933. Zugleich verwies Puchert aber auch auf die zahlreichen Eingaben der Gegner des Abrisses, darunter namhafte Bürger.

Dieser Brief wurde zunächst nicht abgeschickt. Erst nachdem Walter Ulbricht sich im Sommer 1967 bei seinem Besuch in Potsdam über die ehemalige Garnisonkirche geäußert und Kultusminister Klaus Gysi Anfang 1968 seine Korrekturvorschläge an Puchert übermittelt hatte, wurde im Februar 1968 das offizielle Schreiben an Stoph versandt. Darin bat Puchert nicht mehr um eine Zustimmung aus Berlin, sondern informierte lediglich „über unsere Entscheidungen zum Abriss der Ruine der Garnisonkirche.“

Brief Herbert Puchert an Willi Stoph (14.12.1966)
Brandenburgisches Landeshauptarchiv | Rep. 401/5556

14.12.1966