Rundschreiben des Reichswehrministers anlässlich der 20-jährigen Wiederkehr des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs

Die Militärpfarrer waren geistlich dem Oberkirchenrat unterstellt, strukturell aber in die Militärverwaltung eingegliedert. Als Angestellte des Staates erhielten sie ihr Gehalt vom Reichswehrministerium. Zu ihren Aufgaben gehörte auch die moralische Zurüstung der Truppe, die mehrheitlich die Weimarer Demokratie ablehnte. In der Potsdamer Garnison kursierte ein preußisch-monarchischer und nationalistischer Geist. Dieses Rundschreiben des Reichswehrministers anlässlich der 20-jährigen Wiederkehr des Kriegsbeginns 1914 zeigt eindrücklich die national und evangelisch ausgerichtete preußische Militärpfarrertradition, die im Kern dem Motto aus 1. Joh. 3,16 folgte: Gib dein Leben für dein Volk, wie Jesus sein Leben für die Seinen gegeben hat. Auch die Auslegung des Bibelwortes wurde den katholischen wie evangelischen Geistlichen ausdrücklich vorgegeben.

Rundschreiben des Reichswehrministers anlässlich der 20-jährigen Wiederkehr des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs (05.07.1934)
Domstiftsarchiv Brandenburg | PoG-85/223

05.07.1934