Zwei Schreiben von Pfarrer Damrath an den Evangelischen Oberkirchenrat bezüglich Fahnenweihe der Hitlerjugend

Als der Reichsführer der Hitlerjugend für 1939 die erneute Nutzung der Garnisonkirche für ihre Fahnenweihe anfragte, offenbarten sich die Konflikte um die Entscheidungsgewalt der Kirchennutzung einmal mehr. Die beiden Schreiben vom Garnisonkirchenpfarrer Damrath, zugleich Vorsitzender des Gemeindekirchenrats, spiegeln die schwierige Entscheidungsfindung wieder. Die Gemeinde, der Oberkirchenrat, das Oberkommando der Wehrmacht und die Kommandantur in Potsdam sprachen sich gegen diese politische Instrumentalisierung der Kirche aus. Dafür plädierte aber das Reichsministerium für kirchliche Angelegenheiten. Der Regierungspräsident von Potsdam blieb als Eigentümer zunächst unentschieden. Anfang Januar 1939 lag noch keine Einigung vor, das Reichskirchenministerium wollte sogar eine persönliche Entscheidung Hitlers herbeiführen. Um das zu vermeiden, erlaubte der Regierungspräsident schließlich die Veranstaltung. Der politischen Entscheidung fügte sich der Gemeindekirchenrat letztendlich.

Zwei Schreiben von Pfarrer Damrath an den Evangelischen Oberkirchenrat bezüglich Fahnenweihe der Hitlerjugend (08.11.1938 und 18.03.1939)
Domstiftsarchiv Brandenburg | PoG 330/327

08.11.1938 und 18.03.1939