Pfarrer Werner Schütz an den Evangelischen Feldbischof der Wehrmacht

Nach dem Ausscheiden von Johannes Grunwaldt 1934 blieb die Zivilpfarrstelle an der Garnisonkirche bis in den Zweiten Weltkrieg hinein unbesetzt. Die kirchlichen Aufgaben wurden von den Heeres- und Standortpfarrern mit übernommen. Mit der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht 1935 richtete der Feldbischof in Potsdam im gleichen Jahr zwei weitere Militärpfarrstellen ein. Denn die Anzahl der in Potsdam stationierten Soldaten stieg von 2.000 im Jahr 1931 auf 15.000 im Jahr 1939. Als Angestellte des Staates war es den Militärpfarrern aber untersagt, sich im Kirchenkampf zwischen „Bekennender Kirche“ und „Deutschen Christen“ zu positionieren. In diesem Schreiben wird deutlich, dass die Militärpfarrer in der Garnisonkirche zu keinen Veranstaltungen einladen wollten oder konnten, in denen „die kirchenpolitische Zerspaltung zum Ausdruck kommt.“

Pfarrer Werner Schütz an den Evangelischen Feldbischof der Wehrmacht (30.10.1935)
Domstiftsarchiv Brandenburg | Po-G 163/243

30.10.1935