Stiftungsurkunde

Der Verleger August Bonneß gehörte seit Anfang der 1920er Jahre der Gemeindevertretung der Zivilgemeinde an. Er stand dem NS-Regime kritisch gegenüber. Wegen negativer Äußerungen wurde er denunziert und am 23. August 1943 von der Gestapo festgenommen. Er war auch in der Lindenstraße inhaftiert. Der Erste Senat des Volksgerichtshofs unter NS-Richter Roland Freisler verurteilte ihn am 8. Juli 1944 in Potsdam wegen „Wehrkraftzersetzung“ und „Feindbegünstigung“ zum Tode. Das Urteil wurde am 4. Dezember 1944  in Brandenburg/Görden vollstreckt.
Bei der Verhandlung anwesend waren unter anderem die späteren Widerständler Ewald Heinrich von Kleist-Schmenzin, Fritz-Dietlof von der Schulenburg, Georg-Sigismund von Oppen und Hans-Karl Fritzsche. Schulenburg schlussfolgerte aus dem Prozess: „Wir müssen das hier genau beobachten für den Fall, daß wir selber drankämen. Es war ohne Zweifel ein Warnsignal des Herrn Dolega für uns.“ Der Potsdamer Gestapo-Chef Heinrich von Dolega Kozierowski hatte ihnen die Einladungskarten für die Volksgerichtssitzung zukommen lassen.
Bonneß war auch ein wichtiger Kirchensteuerzahler der Zivilgemeinde. Der Gemeindekirchenrat stellte im März 1944 einen Rückgang der Kirchensteuerbeträge fest, „der vor allem infolge Ausfalles der Steuerzahler Bonneß und Rollfinke über 10.000 RM im Jahr beträgt.“

Stiftungsurkunde für August Bonneß (1939)
Domstiftsarchiv Brandenburg | Po-G 179/342

1939